Nach dem Angriff mit einem Auto auf eine Personengruppe in Neustadt am Rübenberge hat die Polizei einen 36 Jahre alten Mann vorläufig festgenommen. Das teilten die Polizeidirektion Hannover und die Staatsanwaltschaft Hildesheim in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Mittwoch, 28. Oktober 2026, mit. Der Mann steht demnach im dringenden Verdacht, den BMW gelenkt zu haben, der in der Nacht auf Dienstag, 27. Oktober 2026, gezielt in die Gruppe gefahren war. Der Tatvorwurf lautet laut Mitteilung unter anderem versuchter Totschlag in fünf Fällen. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.
Schüsse der Polizei auf den BMW
Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover ereignete sich der Angriff gegen 23.30 Uhr auf der Mecklenhorster Straße. Ein Tatverdächtiger habe den BMW gezielt in eine Personengruppe gesteuert, die sich auf der Straße aufhielt. Mindestens fünf Menschen wurden nach Polizeiangaben leicht bis schwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Polizeikräfte, die zufällig eine allgemeine Verkehrskontrolle durchführten, wurden nach Polizeiangaben auf den Vorfall aufmerksam und gaben Schüsse auf den BMW ab, um die andauernde Tat zu unterbinden. Der Fahrer habe das Auto am Tatort zurückgelassen und sei geflüchtet; mehrere Tatverdächtige hätten sich vom Tatort entfernt. Ob weitere Personen im Fahrzeug saßen, sei Gegenstand der Ermittlungen. Die Fahndung mit einem Polizeihubschrauber und zahlreichen Einsatzkräften blieb zunächst erfolglos.
Festnahme am Dienstagmittag
Einsatzkräfte ermittelten den 36-Jährigen laut Mitteilung am Dienstag gegen 12.30 Uhr in Neustadt am Rübenberge und nahmen ihn widerstandslos fest. Auf Antrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Hildesheim sollte er laut Mitteilung noch am Mittwoch, 28. Oktober 2026, einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen führt der Zentrale Kriminaldienst der Polizeidirektion Hannover.
Die Polizeidirektion korrigierte außerdem eine frühere Angabe: Die in der Mitteilung vom Dienstag genannte Festnahme von drei Personen beruhe auf einem internen Übermittlungsfehler. Es habe sich lediglich um eine allgemeine Personenkontrolle im Rahmen der Fahndung gehandelt, die mit der Festnahme des Beschuldigten in keinem Zusammenhang stehe. In Medien kursierende Informationen, wonach Beteiligte vor der Tat oder am Tattag von sich aus Kontakt zur Polizei aufgenommen haben sollen, könnten nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht bestätigt werden, heißt es in der Mitteilung.
Beteiligte kannten sich, Polizei zeigt Präsenz
Nach dem Kenntnisstand der Polizeidirektion Hannover vom Dienstag kannten sich die Beteiligten untereinander. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Die Tatbeteiligten gehören Großfamilien an, die in Teilen bereits im Zusammenhang mit Clankriminalität polizeilich in Erscheinung getreten sind.“ Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nach damaligem Kenntnisstand nicht bestanden.
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten erklärte, die Tat habe sich nach den aktuellen Erkenntnissen gezielt gegen bestimmte Personen und nicht gegen Unbeteiligte gerichtet. „Deshalb sind wir jetzt verstärkt vor Ort – wir zeigen Präsenz und sind für die Bevölkerung jederzeit ansprechbar“, sagte sie. Das Gewaltmonopol liege ausschließlich beim Staat.
Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise geben können oder Videoaufnahmen haben, sich zu melden. Die Polizeipräsidentin bat darum, Aufnahmen nicht in sozialen Netzwerken zu teilen, sondern der Polizei zu geben. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 entgegen.
Bildquellen
- Selbst gebaute Brandvorrichtung aus einer Flasche in Ricklingen: Polizeidirektion Hannover
- Feuerwehreinsatz bei Kellerbrand in Lehrte-Ahlten: Freiwillige Feuerwehr Lehrte
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