Garbsen gehört ab dem 1. Januar 2027 zum Fördergebiet des Klimaschutzfonds proKlima. Die Gesellschafter des enercity-Fonds haben die Stadt in ihrer Sitzung am Freitagnachmittag, 30. Oktober, als siebte Stadt im Fördergebiet begrüßt, teilte proKlima mit. Bisher zählen Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze dazu.
Mit rund 64.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Garbsen nach Angaben des Fonds die zweitgrößte Stadt im Fördergebiet. Ab 2027 profitieren damit mehr als 800.000 Menschen in der Region von der öffentlich-privat getragenen Förderung.
Wärmepumpen und Solarstrom besonders gefragt
proKlima fördert seit 1998 vor allem die Energie- und Bauwende im Gebäudesektor. Gefördert werden laut der Mitteilung unter anderem neue Wärmepumpen, Anschlüsse an Nah- und Fernwärmenetze, Solaranlagen sowie Dämmung und Fenstertausch. Außerdem unterstützt der Fonds Veranstaltungen zum Klimaschutz in Schulen, Kitas sowie kulturellen und gemeinnützigen Einrichtungen. Derzeit sei die Nachfrage nach Förderungen für Wärmepumpen und Solarstromanlagen besonders hoch.
Bis Ende 2025 bilanzierte proKlima rund 38.700 bewilligte und ausgezahlte Förderanträge und 80 Millionen Euro bereitgestellte Fördermittel. Die umgesetzten Projekte vermeiden nach Angaben des Fonds jährlich insgesamt 2,46 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.
„Mit dem Beitritt zu proKlima schaffen wir für die Menschen in Garbsen ganz konkrete Möglichkeiten, in den Klimaschutz zu investieren“, sagt Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine könnten künftig von zusätzlichen Förderangeboten profitieren. Dass die möglichen Fördermittel die kommunalen Beiträge deutlich übersteigen könnten, mache die Partnerschaft auch für Garbsen zu einem wichtigen Baustein für eine zukunftsfähige Stadt.
Einzahlungen richten sich stärker nach der Einwohnerzahl
Der überarbeitete Partnerschaftsvertrag beruht auf einem neuen Finanzierungsmodell. Die Einzahlungen der Partnerstädte orientieren sich künftig stärker an ihren Bevölkerungszahlen. Auch die Einzahlungen von enercity sind dann an die Bevölkerungszahlen gekoppelt – und zusätzlich an die wirtschaftliche Gesamtentwicklung des Unternehmens. „Mit dem neuen Partnerschaftsvertrag stabilisieren wir die Finanzierung“, sagt enercity-Vorständin Eefje Pompen.
„Mit proKlima erleben wir eine einzigartige öffentlich-private Partnerschaft, die nicht nur dem Klima nützt“, sagt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Die Fördermittel hätten mindestens das Zehnfache an privatem Kapital für die Umsetzung der bewilligten Projekte aktiviert.
Finanziert wird proKlima von den beteiligten Städten und der enercity Netz GmbH. Ideell tragen die Handwerkskammer Hannover, die Verbraucherzentrale Niedersachsen, die Bürgerinitiative Umweltschutz und der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) den Fonds mit. Die Fördermittel werden nach festgelegten Kriterien vergeben; ausschlaggebend sind unter anderem die CO2-Effizienz und der Innovationsgrad der Maßnahmen. Neben dem jährlichen Breitenförderprogramm entscheiden die Gremien zweimal im Jahr über Sonderförderungen. Die vollständige Mitteilung steht auf der Website von proKlima.
Bildquellen
- S-Bahn im Bahnhof Hannover Messe/Laatzen: Clic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
- proklima-gesellschafter-2026: proKlima
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