Der eine ist leuchtend gelb und hochgiftig, der andere schwarz mit krokodilartigen Zacken auf dem Rücken. Beide Arten sind in ihrem Bestand gefährdet, und beide hat der Erlebnis-Zoo Hannover in seinem Amphibium erfolgreich nachgezüchtet. Wie der Zoo mitteilt, sind über 200 Schreckliche Pfeilgiftfrösche geschlüpft und zur weiteren Zucht abgegeben worden. Von Zieglers Krokodilmolch haben fünf Larven die Metamorphose zum „Landgänger“ hinter sich, 21 weitere entwickeln sich noch.
Frosch-Väter tragen die Quappen
Beim Schrecklichen Pfeilgiftfrosch tragen die Männchen die größte Verantwortung für den Nachwuchs. Sie bewachen und bewässern den Laich über drei Wochen und tragen die geschlüpften Quappen dann auf dem Rücken zur nächsten Wasserquelle. Im Zoo entnehmen die Tierpflegenden den meisten Laich aus vorbereiteten Eiablageplätzen und lassen die Quappen in einer Aufzuchtstation heranwachsen. Die Jungtiere gingen an verschiedene Haltungen im Netzwerk der Artenschutz-Organisation Citizen Conservation.
Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur stuft den Schrecklichen Pfeilgiftfrosch als „stark gefährdet“ ein. Er kommt nur in einem kleinen Gebiet im kolumbianischen Regenwald vor, das zunehmend zerstört wird.
Molch-Eier werden von Hand getrennt
Zieglers Krokodilmolch lebt ursprünglich nur in einem sehr kleinen Gebiet in der Grenzregion von Süd-China und Nord-Vietnam. Gefährdet ist der Schwanzlurch durch den Verlust seines ohnehin kleinen Lebensraums. In der Natur legen die Tiere ihren Laich in der Regenzeit an das Ufer eines Gewässers, die geschlüpften Larven springen ins Wasser. Nicht jede schafft den Weg.
Im Terrarium des Zoos liegt deshalb Moos am Rand des Gewässers. Setzt ein Weibchen dort sein Gelege ab, sammeln die Tierpflegenden die Laichmasse ein und trennen die einzelnen Eier von Hand. Nach 22 bis 36 Tagen schlüpfen die Larven. Gemeinsam mit Citizen Conservation, einem Netzwerk aus Zoos, Fachvereinigungen und Privathaltenden, wird derzeit eine koordinierte Erhaltungszucht aufgebaut, um eine Ersatzpopulation außerhalb des ursprünglichen Lebensraums heranzuziehen.
„Im Amphibium zeigen wir, dass die Haltung und Zucht von Wildtieren wichtige Bestandteile im Kampf gegen das Artensterben und den Verlust von Biodiversität sind“, sagte Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. Amphibien sind nach Angaben des Zoos die weltweit am stärksten bedrohte Tierklasse, 40 Prozent aller Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. In der einsehbaren Aufzuchtstation können Besucherinnen und Besucher die Tiere in verschiedenen Stadien der Metamorphose sehen.
Der Zoo hat seit dem 26. Oktober seine Winteröffnungszeiten: bis Mitte März dienstags bis sonntags von 9 bis 16 Uhr, montags ist Ruhetag. Ausgenommen sind die niedersächsischen Winterferien.
Bildquellen
- proklima-gesellschafter-2026: proKlima
- Niedersächsisches Innenministerium, Lavesallee Hannover: Christian A. Schröder (ChristianSchd) via Wikimedia Commons
- Hannover Congress Centrum mit Kuppelsaal: Christian A. Schröder (ChristianSchd), CC BY-SA 4.0
- Schrecklicher Pfeilgiftfrosch (Symbolbild): Holger Krisp
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