Steinhuder Meer: Wunstorf bekräftigt sieben Forderungen an die Landesregierung

2 Min. Lesezeit.

Die Stadt Wunstorf verlangt von der Niedersächsischen Landesregierung ein konsequentes Handeln zum Erhalt des Steinhuder Meeres. In einem Siebenpunktepapier, das die Stadt am Freitag, 30. Oktober, veröffentlicht hat, fordert sie unter anderem, deutlich mehr Schlamm aus dem See zu holen. Das Papier folgt auf eine Veranstaltung des Vereins zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) am Mittwoch, 28. Oktober, bei der der Verein aktuelle Ergebnisse seiner Tiefenmessungen vorgestellt hatte.

Mehr als 64.000 Kubikmeter im Jahr

Wunstorf fordert, die Entschlammungsmenge auf mehr als 64.000 Kubikmeter jährlich zu steigern. Nach Angaben der Stadt hat ein von der Landesregierung beauftragtes wissenschaftliches Institut festgestellt, dass sich jährlich bis zu 64.000 Kubikmeter Schlamm neu bilden. Die Landesregierung sei bislang von 30.000 bis 40.000 Kubikmetern ausgegangen, diese Zahl sei auch Grundlage der bisherigen Entschlammung gewesen. Der Landtag hatte laut Stadt bereits 2021 in einer Entschließung eine Entschlammung im Umfang von 100.000 Kubikmetern gefordert – umgesetzt worden sei das nie.

Außerdem sollen die Deipen freigelegt werden, um die natürliche Strömungsrichtung im See wiederherzustellen. Die Stadt verlangt zeitnah ausreichende Polderflächen und dass der Polder Kolkdobben II in Mardorf nutzbar gemacht wird; dessen Bereitstellung gehe nicht voran. Zudem fordert sie, die Maßnahmen im Haushaltsplan 2027/28 finanziell abzusichern und Personalengpässe in Planung und Bau beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zu beheben. Den Gesamtprozess soll nach dem Willen der Stadt die Staatskanzlei steuern, der Seeentwicklungsplan II soll zeitnah und konsequent umgesetzt werden.

Bürgermeister: „Ein Plan reicht nicht“

Bürgermeister Piellusch vergleicht den See mit einem Patienten: „Der ‚Patient‘ Steinhuder Meer liegt auf dem OP-Tisch.“ Die Landesregierung stehe in der Verantwortung und könne nicht auf fremde Zuständigkeiten verweisen, denn die Region Hannover handele als Untere Naturschutzbehörde im Geschäftsbereich des Umweltministeriums. „Ein Plan reicht nicht. Es kommt auf das Handeln an.“

Langfristig müsse auch der Nährstoffeintrag in den See sinken, schreibt die Stadt. Wunstorf selbst verhandle über einen Grundstückserwerb und habe bereits Haushaltsmittel für den Bau einer Regenwasserbehandlungsanlage bereitgestellt. Langfristige Maßnahmen entbänden die Landesregierung aber nicht davon, kurzfristig wirkende Maßnahmen zu ergreifen, heißt es weiter. „Sonst stirbt der Patient, das wird die Stadt Wunstorf nicht zulassen“, so Piellusch.

Bildquellen

Nachrichten, Warnungen und Termine aus Hannover und der Region: Folgen Sie der Hannoverschen Rundschau auf Instagram und Facebook.

Auf Instagram folgenAuf Facebook folgen

Sie lesen gern lokale Nachrichten aus der Region Hannover? Wählen Sie die Hannoversche Rundschau bei Google als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Meldungen unter „Schlagzeilen“ häufiger.

Hannoversche Rundschau bei Google bevorzugen

NEUESTE MELDUNGEN

NEUESTE BERICHTE