Vier neue Mitarbeitende der städtischen Straßensozialarbeit sind in diesem Winter erstmals in den Stadtbezirken Nord, Linden-Limmer, Südstadt-Bult sowie Ahlem-Badenstedt-Davenstedt unterwegs. Sie arbeiten dort mit sozialen Trägern, Stadtteilzentren und Kirchen zusammen. Das ist die Neuerung in der Winternothilfe für wohnungslose Menschen, die die Landeshauptstadt Hannover am Freitag vorgestellt hat.
„Die Menschen brauchen unsere Hilfe nicht nur in der Innenstadt, sondern im gesamten Stadtgebiet“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay. Ziel sei, perspektivisch für jeden der 13 Stadtbezirke eine feste Ansprechperson zu haben. Sozialdezernentin Sylvia Bruns nannte es eines der vorrangigen Ziele ihres Dezernats, Obdachlosigkeit zu vermeiden und die Rahmenbedingungen für Menschen in Not zu verbessern.
Zwei Nachtcafés öffnen am 1. November
Wie in den vergangenen Wintern öffnen wieder zwei Nachtcafés. Das Diakonische Werk Hannover bietet das „Café Nachtlicht“ in den Räumen des Kontaktladens Mecki an der Lister Meile an, ab 1. November von 20 bis 6 Uhr als Schutz- und Ruheraum. Im vergangenen Winter kamen nach Angaben der Stadt im Schnitt 117 Menschen täglich, in der Spitze 156.
Die Obdachlosenhilfe Hannover öffnet das „Café Mensch“ in der Podbielskistraße 102 ebenfalls zum 1. November, täglich von 19 bis 7 Uhr. Montags, mittwochs und freitags beginnt es bereits um 17 Uhr mit einer Lebensmittelausgabe. In der vergangenen Saison nutzten es durchschnittlich 101 Menschen über mehrere Stunden, in der Hochphase kamen bis zu 116 pro Nacht. Beide Angebote laufen bis zum 31. März 2027.
Am Frauen-Nachtcafé Luna arbeitet die Stadt nach eigenen Angaben noch: Sie wolle das Angebot auch in der Wintersaison 2026/2027 machen und die Finanzierung sicherstellen. Das Nachtcafé war im vergangenen Winter von Dezember bis Anfang Februar erstmals als Kooperationsprojekt geöffnet, in Räumen des Diakonischen Werks an der Berliner Allee. Gezählt wurden insgesamt 492 Kontakte, durchschnittlich acht pro Tag.
Übernachten in der Station Kröpcke
Ab einer Außentemperatur unter drei Grad ermöglicht die Üstra wieder die Übernachtung in der Station Kröpcke. Zusätzlich hält die Marktkirche geschützte Aufenthaltsmöglichkeiten bereit. Sie werden aktiviert, wenn außergewöhnliche Wetterereignisse – etwa eine geschlossene Schneedecke, minus fünf Grad und ein gleichzeitiger Ausfall des Nahverkehrs – die Wege zu Einrichtungen und Notschlafstellen erheblich erschweren.
Ist wegen eines Ausfalls von Bussen und Bahnen die Erreichbarkeit der Notschlafstellen nicht gewährleistet, öffnet die Stadt ihre Notunterkünfte für die Dauer des Ausfalls durchgehend. Bei dauerhaften Minusgraden sind die Notschlafstellen Wörthstraße 10, Langensalzastraße 17, Podbielskistraße 117, Vinnhorster Weg 73A und Alter Flughafen 12 in Kombination mit dem Tagesaufenthalt Dornierstraße sowie die Feuerwehrstraße 1 rund um die Uhr geöffnet.
Die Kältebusse von Caritas, Johanniter-Unfall-Hilfe und Maltesern fahren im Wechsel festgelegte Standorte an, mit einer warmen Mahlzeit und medizinischer Basisversorgung. Die Stadt gibt außerdem Fahrkarten, warme Kleidung und Schlafsäcke aus, bei Extremwetter ist die Straßensozialarbeit auch am Wochenende im Einsatz. Alle Hilfsangebote mit Öffnungszeiten und Anlaufstellen will die Stadt ab Anfang November fortlaufend auf hannover.de veröffentlichen.
Bildquellen
- Hannover Congress Centrum mit Kuppelsaal: Christian A. Schröder (ChristianSchd), CC BY-SA 4.0
- Unterkunft Wülferoder Weg 1 bis 9 in Hannover: Landeshauptstadt Hannover
- Obdachlose Frau mit ihren Habseligkeiten am Andreaeplatz in Hannover: Bernd Schwabe in Hannover
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