Gymnasium Mellendorf: Fünftklässler öffnen ihre Toiletten per Transponder

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Seit den Sommerferien kommen die Schülerinnen und Schüler des fünften Jahrgangs am Gymnasium Mellendorf nur noch mit einem Transponder in „ihre“ Toiletten im ersten Obergeschoss des Anbaus. Nach den Herbstferien fällt die Zwischenbilanz positiv aus, teilte die Gemeinde Wedemark als Schulträgerin am Freitag, 30. Oktober, mit.

„Seit dem Start ist uns kein neuer Vandalismusfall auf diesen Toiletten bekannt geworden. Das ist eine sehr positive Entwicklung“, sagt der Erste Gemeinderat Florian Lübeck.

Herausgerissene Türen und Spiegel

Vorher war die Lage für viele jüngere Kinder schwierig. „Toiletten wurden wiederholt beschädigt und stark verschmutzt. Türen und Spiegel wurden herausgerissen, Wände mit teilweise ekelerregenden Schmierereien verunstaltet“, sagt Christian Wiese, Lehrer am Gymnasium und Mitglied der Schulleitung. Gerade die Fünftklässler hätten sich deshalb häufig nicht getraut, die Toiletten zu benutzen. Hinzu sei gekommen, dass ältere Schüler die Räume belegten und die Jüngeren warten mussten.

Am gesamten Schulzentrum entstanden laut Gemeinde in der Vergangenheit jährlich Vandalismusschäden von rund 100.000 Euro.

Auch die Schule ist zufrieden: Die Kinder kämen mit dem System gut zurecht, Beschwerden über die Toiletten gebe es nicht mehr. Die Teilnahme ist freiwillig; wer keinen Transponder hat, kann andere Toiletten nutzen.

155 Transponder zu je rund 45 Euro

Für den Testlauf hat die Gemeinde 155 Transponder und zwei Schließzylinder beschafft. Ein Transponder kostet rund 45 Euro. Bisher ist einer verloren gegangen, den Ersatz müssen die Eltern bezahlen. Die Technik entspricht laut Lübeck dem System im Rathaus und könnte dort weiterverwendet werden, falls der Versuch scheitert. Bewährt sich das Konzept dauerhaft, will die Gemeinde vor einer möglichen Ausweitung prüfen, ob ein kostengünstigeres Schließsystem infrage kommt.

Zum Datenschutz erklärt die Gemeinde: Sie kann anhand der Schlüsselnummern nachvollziehen, welche Transponder zuletzt genutzt wurden, aber keine Verbindung zu den Namen der Kinder herstellen. Diese Zuordnung kennt nur die Schule. Käme es zu einem Schaden, könnte die Schule prüfen, wer den Transponder zuletzt benutzt hat – nötig war das bislang nicht.

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