Hannover: Zerstörte Neue Synagoge erscheint am 9. November als Projektion

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Die 1938 zerstörte Neue Synagoge Hannover wird am Montag, 9. November 2026, am Leineufer wieder sichtbar. Mit Einbruch der Dämmerung projiziert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine digital rekonstruierte Ansicht an die Längsseite seines Gebäudes, teilte das Ministerium am Donnerstag, 5. November 2026, mit. Die Bilder sind die ganze Nacht zu sehen.

Projektion der Neuen Synagoge
WannMontag, 9. November 2026, ab Einbruch der Dämmerung, die ganze NachtWoLängsseite des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Leibnizufer 9, HannoverAnmeldungnicht erforderlich

Der Ort des Ministeriums und die Synagoge

Am Standort des heutigen Ministeriums prägte die Neue Synagoge einst die Calenberger Neustadt. Sie wurde 1870 nach den Plänen des Architekten Edwin Oppler eingeweiht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten SS-Kommandos sie in Brand, in den Folgetagen wurde sie komplett zerstört.

Die Alte Synagoge in unmittelbarer Nähe missbrauchten die Nationalsozialisten später als sogenanntes „Judenhaus“. Ab September 1941 zwangen sie laut Ministerium über 140 jüdische Hannoveranerinnen und Hannoveraner in den Betsaal. Am 15. Dezember 1941 wurde der Großteil von ihnen in das Ghetto Riga deportiert, später folgten Transporte in Ghettos wie Warschau und Theresienstadt.

Projektionen auch in Berlin, München und Frankfurt

Das Ministerium beteiligt sich mit der Aktion am Projekt #WeRemember des World Jewish Congress in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Am 9. November sollen auch in Berlin am Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße, in München am Kaufhaus Oberpollinger und in Frankfurt am Main am Hochbunker an der Friedberger Anlage Projektionen rekonstruierter Synagogen zu sehen sein.

„Indem wir die zerstörte Synagoge für einen Abend wieder sichtbar machen, halten wir die Erinnerung an die Opfer wach und setzen zugleich ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde, Respekt und Solidarität mit jüdischem Leben.“Falko Mohrs, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte: „Die Entrechtung, Entmenschlichung und Ermordung von sechs Millionen Menschen begann nicht in Auschwitz.“ Möglich geworden sei sie, weil die Mehrheit die Nationalsozialisten gewähren ließ.

Wer mehr über den Ort erfahren möchte: Seit Dezember 2024 zeigt eine Dauerausstellung im Eingangsbereich des Ministeriums historische Fotografien und erzählt von den Schicksalen verfolgter Menschen. Außerhalb des Gebäudes führen an drei Texttafeln QR-Codes zur Internetseite zur Geschichte des Standorts, dort lassen sich die Texte auch anhören. Gedenken zur Pogromnacht gibt es in der Region auch in Ronnenberg am Mahnmal und in Gehrden.

Bildquellen

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