Derby in Braunschweig: Polizei verurteilt Raketen aus dem Gästeblock

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Die Polizei hat nach dem Niedersachsenderby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 am Sonntag, 25. Oktober, eine kritische Bilanz gezogen. Kleinere Vorfälle vor dem Spiel und vor allem das Verhalten von Anhängern aus Hannover zum Ende des Spiels trübten die Bilanz erheblich, heißt es in der Mitteilung, die die Bundespolizeiinspektion Hannover verbreitet hat.

In der Nachspielzeit wurde nach Angaben der Polizei vermehrt Pyrotechnik aus dem Gästebereich in Richtung des benachbarten Heimfanbereichs abgefeuert. Unter anderem seien Besucher, Ordnungskräfte, Polizei und Rettungskräfte mit Raketen beschossen worden. Ein Besucher und eine Polizeibeamtin wurden leicht verletzt. Während des Spiels wurde in beiden Fanlagern Pyrotechnik abgebrannt.

Verletzte beim Braunschweiger Fanmarsch

Schon vor dem Anpfiff zogen nach Polizeiangaben etwa 2.000 Braunschweiger Anhänger in einem Fanmarsch zum Stadion. Aus dem Zug heraus wurden Feuerwerkskörper gezündet, vier Personen wurden dadurch verletzt. Auch ein Mitarbeiter der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) wurde verletzt und kam in ein Krankenhaus.

Etwa 1.900 Anhänger aus Hannover fuhren, begleitet von der Bundespolizei, mit einem Entlastungszug der Westfalenbahn zum Braunschweiger Hauptbahnhof. Von dort brachten Busse der BSVG sie zum Stadion.

Die Polizeiinspektion Braunschweig hatte den Einsatz mit rund 800 Beamtinnen und Beamten geplant. Die Bundespolizeiinspektion Hannover war mit rund 300 Kräften beteiligt, dazu kamen Bereitschaftspolizeieinheiten der Zentralen Polizeidirektion.

„Rote Linie überschritten“

Gesamteinsatzleiter Thomas Bodendiek von der Polizeiinspektion Braunschweig und Martin Kröger, Einsatzleiter der Bundespolizei, zeigten sich unzufrieden: „Wir beide sind mit dem Einsatzverlauf nicht zufrieden, wenngleich das Betreuen der Reisewege und auch das Agieren der Einsatzkräfte rund um das Eintracht-Stadion vorbildlich ablief.“ Positiv werten sie, dass die Braunschweiger Fanszene auf Provokationen aus dem Umfeld von Hannover 96 nicht eingegangen sei. Zum Beschuss mit Pyrotechnik sagten beide: „Gerade durch gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte und Besucher im Heimbereich wurde eine rote Linie überschritten. Ein solches Verhalten ist nicht zu tolerieren und kann lebensgefährlich sein. Diese Übergriffe werden wir konsequent verfolgen.“

Auch Thomas Ring, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig, verfolgte den Einsatz vor Ort. „Ich verurteile das Verhalten der Hannoveraner Fans aufs Schärfste. Das hat nichts mehr mit Fankultur zu tun!“, sagte Ring. „Wer vorsätzlich Feuer legt und Fans und Feuerwehrleute mit Raketen und Böller beschießt, gehört nicht ins Fußballstadion.“

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