Die geplante Tiefengeothermie in Hannover-Lahe kommt nicht. Das gemeinsam mit dem Unternehmen Eavor geplante Tiefengeothermieprojekt wird nicht umgesetzt, teilt die enercity AG mit. Eavor habe Anfang dieses Jahres seinen strategischen Fokus auf die Rolle als Technologieunternehmen gesetzt und in der Folge entschieden, nicht als Investor und Projektentwickler für das Vorhaben in Hannover aufzutreten. Auch in Gesprächen über andere Wege der Umsetzung sei in den vergangenen Monaten keine tragfähige Lösung gefunden worden.
Geplant waren in Lahe zwei sogenannte Eavor-Loops mit zusammen rund 30 Megawatt Wärmeleistung. Das geschlossene System sollte Erdwärme unabhängig von natürlichen Heißwasservorkommen erschließen und fortlaufend ins Fernwärmenetz einspeisen. Dieser Baustein fällt nun weg.
Unternehmen hält am Zeitplan fest
Den geplanten Kohleausstieg nach dem Winter 2027/28 sieht enercity dadurch nicht in Gefahr. Er bleibe auch ohne das Geothermieprojekt abgesichert, ebenso die Fernwärmeversorgung, erklärt das Unternehmen. „Wir bedauern, dass wir dieses innovative Vorhaben nicht gemeinsam verwirklichen können“, sagt die Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany. Man halte am Ziel des vorzeitigen Kohleausstiegs fest und setze den Umbau der Fernwärmeerzeugung mit unterschiedlichen Technologien und mehreren unabhängigen Wärmequellen fort. „Dieser breite Ansatz ermöglicht es uns, den Kohleausstieg wie geplant umzusetzen“, so Alemany.
Das Kohlekraftwerk in Stöcken will enercity durch ein dezentrales Portfolio ersetzen. Dazu zählt das Unternehmen unter anderem die Verwertung von Biomasse und Klärschlamm, Großwärmepumpen und Anlagen, die Strom in Wärme umwandeln. Nach Angaben von enercity ist der erste Kohleblock bereits außer Betrieb; seine Wärmeerzeugung übernehmen fünf dezentrale Anlagen. Projekte für den Ersatz des zweiten Blocks seien im Bau oder in Planung.
Reserven sollen Lücke schließen
Die 30 Megawatt aus Lahe sind nach Darstellung des Unternehmens für den vollständigen Ersatz der Kohle kurzfristig nicht entscheidend, weil das Erzeugungskonzept zusätzliche Leistungsreserven enthalte. Die wegfallende Wärme könne innerhalb der übrigen Anlagen ausgeglichen werden.
Längerfristig rechnet enercity mit steigendem Bedarf, weil die Fernwärme in Hannover ausgebaut wird. Das Unternehmen prüft deshalb weitere Erzeugungsoptionen und Wärmequellen, vor allem solche, die kontinuierlich verfügbar sind.
An der neuen Fernwärmeleitung zur Kirchhorster Straße ändert das Aus in Lahe nichts. Sie werde unabhängig von der Geothermie gebraucht, heißt es, um zusätzliche Wärme aus der Abfallverwertungsanlage Lahe oder aus künftig zu erschließenden Quellen ins hannoversche Netz einzuspeisen.
Bildquellen
- Stadtbahn-Haltestelle Herrenhäuser Gärten: Clic / Wikimedia Commons
- Legionsbrücke in Hannover: Onkel Tomm / Wikimedia Commons
- Heinz-von-Heiden-Arena in Hannover: Tim Rademacher / Wikimedia Commons
- Hannover 96 jubelt über das 2:1 gegen Dresden: Hannover 96
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