Hannover: enercity baut in Groß-Buchholz größte Power-to-Heat-Anlage Niedersachsens

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Im Hannoveraner Stadtteil Groß-Buchholz entsteht die künftig größte Power-to-Heat-Anlage Niedersachsens. Die enercity AG investiert dafür weitere rund 15 Millionen Euro und hat mit der Grundsteinlegung den Bau gestartet, wie das Unternehmen am Dienstag, 3. November 2026, mitteilte.

Power-to-Heat heißt: Strom wird direkt zu Wärme. Die Anlage soll laut enercity innerhalb kurzer Zeit große Strommengen aufnehmen, nahezu verlustfrei in Wärme umwandeln und ins hannoversche Fernwärmenetz einspeisen. Verwertet werden soll so erneuerbare Energie, die andernfalls nicht vollständig genutzt werden könnte. Die elektrische Spitzenleistung liegt bei 100 Megawatt.

Rechnerisch 50.000 Wasserkocher auf einmal

Die beiden elektrischen Wärmeerzeuger entsprechen nach Rechnung von enercity rund 50.000 gleichzeitig eingeschalteten haushaltsüblichen Wasserkochern. Zusammen mit den vorhandenen Anlagen wächst die Power-to-Heat-Leistung des Unternehmens in Hannover auf insgesamt rund 175 Megawatt. Das entspreche der Leistung von rund 30 modernen Windenergieanlagen an Land mit jeweils sechs Megawatt. Der Wirkungsgrad der Anlagen liegt nach Unternehmensangaben bei über 99 Prozent, die Vorlauftemperatur bei bis zu 120 Grad Celsius.

„Das ist ein bedeutender Schritt in Richtung unseres geplanten vorzeitigen Kohleausstiegs 2028 und ein Beitrag zu einem kosteneffizienten und stabilen Energiesystem in Deutschland“, sagt enercity-Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay erklärt: „Mit dieser Investition zeigt Hannover, wie die Wärmewende in einer Großstadt praktisch umgesetzt werden kann.“

Zweiter Kohleblock soll 2028 in Reserve gehen

Power-to-Heat ist laut enercity Teil des Umbaus der hannoverschen Wärmeversorgung. 2028 soll der zweite Block des Kohlekraftwerks in Reserve gehen, Block 1 wurde in diesem Jahr abgeschaltet. Bis 2040 investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in neue Anlagen und den Ausbau der Fernwärme. Im Oktober hatte enercity das Aus für die Tiefengeothermie in Hannover-Lahe mitgeteilt.

Generalunternehmen ist die Energie-Anlagenbau Greifswald GmbH, die auch die beiden bestehenden Power-to-Heat-Anlagen von enercity errichtet hat. Für den Gebäudebau ist die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH verantwortlich. Die Inbetriebnahme ist zur Heizsaison 2027/28 geplant.

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