Auf dem Opernplatz in Hannover haben sich laut IG Metall rund 2.200 Metall-Beschäftigte zu einem Warnstreik versammelt. Das teilte der Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft am Dienstag, 3. November 2026, mit. Die Streikenden kamen unter anderem aus den Betrieben von ZF WABCO, Renk, Komatsu, Faurecia, KONE, KraussMaffei, MTU Maintenance und Siemens. Hauptredner war Bezirksleiter Thorsten Gröger. Wie berichtet, hatte die Üstra wegen der Kundgebung Umleitungen der Linien 100, 200, 120 und 800 im Bereich Kröpcke angekündigt.
Hannover war laut Gewerkschaft das Zentrum des zweiten Warnstreiktags. Über 4.500 Beschäftigte hätten am Dienstag in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Arbeit niedergelegt.
Streit um Einmalzahlung und 1,3 Prozent
NiedersachsenMetall hatte in der zweiten Verhandlungsrunde am Dienstag, 27. Oktober 2026, eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 angeboten. Im Juli 2028 sollen die Entgelttabellen um 1,3 Prozent steigen, die Laufzeit soll bis zum 31. Dezember 2028 reichen. Die Einmalzahlung soll nach den Regeln der Automatischen Differenzierung an die wirtschaftliche Lage der Unternehmen angepasst werden können.
„Zwanzig Monate ohne dauerhaftes Plus: Das ist eine Minusrunde mit Ansage!“, sagte Gröger, der auch Verhandlungsführer der IG Metall ist. Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung, dazu eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen, eine Stärkung der Beschäftigungssicherung und eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich starken Betrieben.
Arbeitgeber verweisen auf Produktionsrückgang
NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt hatte bei Vorlage des Angebots gesagt: „Wir wollen eine Lösung. Aber wir dürfen die wirtschaftliche Realität nicht ausblenden.“ Die Produktion der Metall- und Elektroindustrie sei seit 2018 um 15 Prozent eingebrochen.
Für die kommenden Tage hat die IG Metall weitere Warnstreiks angekündigt. „Die Arbeitgeber können diesen Konflikt in der nächsten Verhandlung beilegen, mit einem Angebot, das die Leistung der Beschäftigten anerkennt. Bis dahin bleiben wir auf der Straße“, sagte Gröger.
Bildquellen
- Opernhaus Hannover am Opernplatz: Bärbel Miemietz
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