Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet niedergelassenen radiologischen Praxen eine Zweitbefundung für das Lungenkrebs-Screening an. Die Praxen können Bilddaten aus Computertomografie-Untersuchungen an die MHH übermitteln, die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Kooperationsverträge gibt es laut MHH mit radiologischen Praxen im Großraum Hannover, erste Praxen haben bereits Fälle übermittelt.
Das Screening für starke Raucherinnen und Raucher ist seit April 2026 eine Früherkennungsleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Für kontroll- und abklärungsbedürftige Rundherde schreibt der Gesetzgeber nach Angaben der Hochschule eine unabhängige zweite spezialisierte Einschätzung vor.
„Unser Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten gemeinsam mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sowohl zusätzliche Sicherheit zu geben als auch unnötige Untersuchungen und Eingriffe zu vermeiden“, sagt Privatdozent Dr. Julian Glandorf, Sektionsleiter für pulmonale Bildgebung und Oberarzt im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der MHH.
Nicht jede Veränderung ist bösartig
Niedrigdosis-CT-Untersuchungen können laut MHH kleinste Veränderungen in der Lunge sichtbar machen, die nicht zwangsläufig bösartig sind. Manche müssten lediglich beobachtet, andere weiter abgeklärt werden. Bei auffälligen Befunden können Patientinnen und Patienten unmittelbar an die Pneumologie der MHH angebunden werden.
Dr. Lotte Thöne, Fachärztin für Radiologie in der Röntgenpraxis Am Marstall in Hannover, hebt den Kontakt zur Hochschule hervor: „So können wir Fragen zu einem Befund unkompliziert besprechen und die Expertise aus Klinik und Praxis miteinander verbinden.“
Wer für das Screening infrage kommt
Das Angebot richtet sich an gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und entweder noch rauchen oder vor weniger als zehn Jahren aufgehört haben. Weitere Informationen stehen auf der Seite lungencheck-niedersachsen.mhh.de.
Bildquellen
- Zwei Radiologen der MHH beurteilen an Monitoren eine CT-Aufnahme der Lunge: Karin Kaiser/MHH
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