MHH unterstützt Forderung nach Nachhaltigkeitsstrategie im Gesundheitswesen

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Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) unterstützt eine Initiative, die eine Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen verlangt. Die MHH gehört zusammen mit 64 weiteren Organisationen aus nachhaltiger Wirtschaft und Industrie, dem Krankenkassenbereich sowie Forschung und Wissenschaft zu den Erstunterzeichnern des „Eckpunktepapiers zur Nachhaltigkeitsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen“. Die Initiatoren fordern, die darin formulierten Empfehlungen in eine verbindliche und gesetzlich verankerte Strategie zu überführen.

Als nächster Schritt soll das Papier dem Bundesministerium für Gesundheit und den Abgeordneten des Deutschen Bundestags übergeben werden. Öffentlich vorgestellt hatten es im Juni der BKK Dachverband, die Bundesärztekammer, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und das Centre for Planetary Health Policy.

Klimafolgen und eigener Ressourcenverbrauch

Die MHH sieht das Gesundheitssystem vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits nähmen die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu, etwa durch Hitze, Extremwetter und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Andererseits trage das Gesundheitswesen mit seinem Ressourcenverbrauch und seinen Treibhausgasemissionen selbst erheblich zur Umweltbelastung bei. Zwar gebe es bereits zahlreiche Initiativen für mehr Nachhaltigkeit, es fehle aber ein gemeinsamer strategischer Rahmen, der sie bündelt.

An dem langfristig angelegten Dialogprozess, aus dem das Papier hervorgegangen ist, hat MHH-Vizepräsident Prof. Dr. Frank Lammert mitgewirkt. „Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige und resiliente Versorgung“, sagt er. „Das Ziel unserer Initiative ist es, Gesundheit, Chancengleichheit und Lebensqualität zu stärken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen und Kosten zu senken.“

Von Telehealth bis Jod-Recycling

Das Eckpunktepapier benennt konkrete Handlungsfelder: gezielte Prävention, wohnortnahe Versorgung, Telehealth-Netzwerke, nachhaltiges Bauen und Digitalisierung der Kliniken, emissionsarmen Transport und eine geringere Umweltbelastung durch Arzneimittel und Medizinprodukte. Als Beispiele nennt die MHH den Ersatz umweltschädlicher Blutdrucksenker, Inhalativa, Salben und Gele sowie das Jod-Recycling in ihrer eigenen Zentralapotheke.

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