Die Teuerung in Niedersachsen hat sich im Oktober abgeschwächt. Das Niveau der Verbraucherpreise lag 2,9 Prozent höher als im Oktober 2025. Das teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) am Freitag nach vorläufigen Ergebnissen mit. Im September hatte die Rate noch bei 3,3 Prozent gelegen, nach Angaben des Landesamts der höchste Stand seit Dezember 2023. Erstmals seit Juni 2026 ging die Inflationsrate damit wieder zurück. Gegenüber dem September sanken die Preise um 0,1 Prozent.
Diesel 42,7 Prozent teurer als vor einem Jahr
Treiber bleibt die Energie. Sie war 11,9 Prozent teurer als im Oktober des Vorjahres. Bei Kraftstoffen betrug das Plus 28,7 Prozent, Diesel kostete 42,7 Prozent mehr, Superbenzin 24,5 Prozent. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 80,1 Prozent, feste Brennstoffe um 13,0 Prozent. Günstiger als vor einem Jahr waren dagegen Erdgas ohne Betriebskosten (minus 5,3 Prozent), Fernwärme (minus 4,3 Prozent) und Strom (minus 2,6 Prozent).
Im Vergleich zum September gingen die Energiepreise um 2,2 Prozent zurück, Kraftstoffe wurden 6,1 Prozent billiger. Ein zentraler Grund dürfte nach Einschätzung des Landesamts die zum 1. Oktober eingeführte Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel gewesen sein. Ohne Heizöl und Kraftstoffe lag die Teuerung bei 1,7 Prozent.
Butter billiger, Gurken teurer
Nahrungsmittel kosteten insgesamt 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Milch war 10,5 Prozent günstiger, Butter 21,6 Prozent. Deutlich teurer wurde Gemüse mit einem Plus von 5,4 Prozent, darunter Gurken (plus 16,7 Prozent), Paprika (plus 16,6 Prozent) und Kartoffeln (plus 13,6 Prozent). Eier kosteten 13,2 Prozent mehr. Die Kerninflation, also die Rate ohne Nahrungsmittel und Energie, gibt das LSN mit 2,3 Prozent an.
Wohnnebenkosten steigen deutlich
Dienstleistungen ohne Nettokaltmieten verteuerten sich um 3,0 Prozent – der geringste Anstieg seit August 2022. Gaststättendienstleistungen kosteten 4,2 Prozent mehr, Übernachtungen 3,2 Prozent. Für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen lag das Plus bei 6,3 Prozent, für Verbundtickets, mit denen man etwa Bus, U-Bahn oder Regionalzug nutzen kann, bei 5,9 Prozent.
Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent. Bei den Wohnungsnebenkosten lag das Plus mit 5,0 Prozent deutlich höher: Die Müllabfuhr wurde 5,4 Prozent teurer, die Abwasserentsorgung 3,9 und die Wasserversorgung 3,4 Prozent.
Die Zahlen sind vorläufig. Erscheint bis zum 6. November keine Korrektur, gelten sie laut Landesamt als endgültig.
Bildquellen
- Julia Willie Hamburg (Grüne), Pressefoto: Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen (Pressefoto)
- symbolbild-gemuese-preisschilder-wochenmarkt: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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