Mit einer Gedenkveranstaltung erinnert Ronnenberg an die Opfer der Novemberpogrome von 1938. Sie beginnt am Montag, 9. November 2026, um 13 Uhr am Mahnmal für die vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden der Stadt, Am Weingarten. Eingeladen haben die Stadt Ronnenberg und der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg gemeinsam mit der Marie-Curie-Schule. Alle Interessierten können teilnehmen.
Fünf Männer nach Buchenwald deportiert
Auch in Ronnenberg traf die Verfolgung jüdische Bürger. Der damalige Bürgermeister Kirchmeyer ließ in der Pogromnacht nach Angaben der Stadt Franz, Siegfried, Max und Harry Seligmann sowie Julius Philippsohn durch die Ortspolizei verhaften. Sie wurden in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und dort misshandelt. Ziel sei gewesen, sie zur umgehenden Ausreise aus Deutschland gemeinsam mit ihren Familien zu zwingen. Die Namen der aus Ronnenberg vertriebenen und im Holocaust ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger stehen heute auf dem Mahnmal der Stadt.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 eskalierte die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden im gesamten Deutschen Reich. Menschen wurden misshandelt, verhaftet und ermordet, Geschäfte und Wohnungen zerstört, Synagogen in Brand gesteckt. Der deutsch-israelische Historiker Dan Diner bezeichnete die Novemberpogrome als die „Katastrophe vor der Katastrophe“.
Das Gedenken soll laut Stadt zugleich Anlass sein, sich der Verantwortung für ein solidarisches Miteinander und eine humane Zukunft bewusst zu werden.
Bildquellen
- Stele und Gedenkstein am Mahnmal für die jüdischen Bürger in Ronnenberg: Axel Hindemith, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
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