Niedersachsen: 23,7 Prozent Frauen im Top-Management, enercity gewürdigt

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Der Frauenanteil im Top-Management von 102 untersuchten niedersächsischen Unternehmen ist binnen zwei Jahren von 19,6 auf 23,7 Prozent gestiegen. Das zeigt der Women-on-Board-Index Niedersachsen 2026, den die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung erstellt hat. Vorgestellt wurde die Studie am Dienstag, 3. November 2026, im Gästehaus der Landesregierung in Hannover. Unter den sechs dabei gewürdigten Unternehmen sind die enercity AG und die Hannover Rück SE.

Privatwirtschaft liegt im Top-Management zurückLandesbeteiligungen30,4 ProzentKommunale Unternehmen28,6 ProzentPrivatwirtschaft17,1 ProzentDaten: FidAR, Women-on-Board-Index Niedersachsen 2026

In 16 privaten Unternehmen führen nur Männer

Untersucht wurden 44 Landesbeteiligungen, 25 ausgewählte kommunale und die 33 nach Beschäftigtenzahl größten privaten Unternehmen. Am stärksten legten im Top-Management die kommunalen Unternehmen zu, von 22,0 auf 28,6 Prozent. Die Landesbeteiligungen kamen von 26,3 auf 30,4 Prozent, die Privatwirtschaft von 15,1 auf 17,1 Prozent. In 16 der 33 privaten Unternehmen besteht das Top-Management ausschließlich aus Männern, keines der 33 wird von einer Frau geführt.

„Niedersachsens Wirtschaft braucht mehr Frauen in Führungspositionen“, sagte Ministerpräsident Olaf Lies. Sozialminister Andreas Philippi ergänzte: „Gerade in der Privatwirtschaft besteht weiterhin großer Handlungsbedarf.“

Aufsichtsgremien kommen kaum voran

In den Aufsichtsgremien stieg der Frauenanteil von 30,6 auf 31,8 Prozent. Die Landesbeteiligungen erreichten 32,8 Prozent, die Privatwirtschaft 29,9 Prozent. In kommunalen Unternehmen sank der Anteil leicht von 32,8 auf 32,6 Prozent. Eine Frau an der Spitze des Aufsichtsgremiums haben 23 der 102 Unternehmen, von einer Frau im Top-Management geführt werden zwölf.

„Bisher sind die meisten öffentlichen Unternehmen von Parität noch weit entfernt.“Monika Schulz-Strelow, FidAR-Gründungspräsidentin

Staatstheater Hannover auf Platz drei

Im Ranking von FidAR mit Stand zum Jahresbeginn 2026 stehen die Niedersächsischen Staatstheater Hannover bei den Aufsichtsgremien mit 60 Prozent Frauen gemeinsam mit zwei weiteren Unternehmen auf Platz drei. Die enercity AG und das Klinikum Region Hannover folgen mit je 45 Prozent auf Platz 17, die Hannover Rück mit 44,44 Prozent auf Platz 21. Die Medical Park Hannover GmbH liegt mit null Prozent gemeinsam mit sechs weiteren Unternehmen auf dem letzten Rang, Platz 96.

Frauen im Aufsichtsgremium: Staatstheater Hannover mit 60 ProzentStaatstheater Hannover60 Prozentenercity45 ProzentKlinikum Region Hannover45 ProzentHannover Rück44,44 ProzentMedical Park Hannover0 ProzentDaten: FidAR, Stand Jahresbeginn 2026

Neben enercity und der Hannover Rück wurden das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, die Salzgitter AG, die Neuland Wohnungsgesellschaft mbH und die CEWE Stiftung & Co. KGaA für ihr Engagement gewürdigt.

Bei Zielgrößen bleibt die Transparenz lückenhaft

Bei der Veröffentlichung von Zielgrößen für den Frauenanteil sieht die Studie Fortschritte, aber weiter Transparenzdefizite. Festlegen müssen solche Ziele 62 der untersuchten Unternehmen. Veröffentlicht haben sie bislang 34 Unternehmen für ihre Aufsichtsgremien und 33 für ihr Top-Management. FidAR-Präsidentin Anja Seng fordert, das Führungspositionengesetz auf Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten auszuweiten und Verstöße gegen die Zielgrößenpflicht konsequent zu sanktionieren.

Wo die einzelnen Unternehmen stehen, zeigen die Ranglisten des Index, dort liegt auch die vollständige Studie.

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