1.264 Inhaftierte in Niedersachsen haben im Schul- und Ausbildungsjahr 2025/2026 Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen absolviert.
Darunter sind 94 Schulabschlüsse und 35 Abschlüsse in anerkannten Ausbildungsberufen. Die Zahlen für die Justizvollzugseinrichtungen des Landes hat das Niedersächsische Justizministerium am Mittwoch, 4. November 2026, veröffentlicht.
Vom Hauptschulabschluss bis zum Ausbildungsberuf
Unter den Schulabschlüssen sind 69 Hauptschulabschlüsse, 13 Realschulabschlüsse und zwölf erweiterte Realschulabschlüsse. In der JVA Uelzen erreichte ein Inhaftierter den erweiterten Realschulabschluss mit der Note 1,25.
Die 35 Ausbildungsabschlüsse stammen unter anderem aus den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Bautechnik, Gastronomie, Metalltechnik, Holztechnik, Lager-Logistik, Kfz-Mechatronik, Glas- und Gebäudereinigung sowie Farbtechnik. 95 Inhaftierte schlossen eine Einstiegsqualifizierung, eine Anpassungsqualifizierung oder eine Helferausbildung ab, drei absolvierten Umschulungen.
297 Inhaftierte erwarben Zusatzqualifikationen, etwa Gabelstaplerführerscheine, Schweißerzertifikate sowie Trägerzertifikate für Tischler, Maler und Lackierer oder Glas- und Gebäudereiniger. 101 absolvierten den Internationalen Computerführerschein oder nahmen an einem EDV-Kurs oder an berufsbezogenen PC-Schulungen teil.
Einen Grundkurs Berufsorientierung absolvierten 35 junge Inhaftierte. Zwölf Inhaftierte absolvierten Berufseinstiegsklassen mit den Schwerpunkten Farbtechnik, Metalltechnik, Bautechnik sowie Garten- und Landschaftsbau.
Sprachkurse für 266 ausländische Inhaftierte
An Deutsch- und Integrationskursen nahmen 266 ausländische Inhaftierte teil, vergeben wurden Zertifikate der Sprachniveaus A1, A2 und B1. Die Integrationskurse dienen laut Ministerium auch der politischen Bildung, der Stärkung demokratischer Werte und der Vermittlung interkultureller und interreligiöser Kompetenzen.
Staatssekretär sieht weniger Anreiz für neue Straftaten
„Wer im Vollzug lernt, Prüfungen ablegt und einen Abschluss erreicht, schafft sich konkrete Perspektiven für die Zeit nach der Haft“, sagte Justizstaatssekretär Detlev Rust. Eine „solide berufliche Perspektive in Freiheit“ senke aus seiner Sicht den Anreiz, wieder straffällig zu werden.
Bildquellen
- Justizvollzugsanstalt Sehnde: Rabanus Flavus / Wikimedia Commons
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