Niedersachsen: Küstenländer wollen Leitungen in Nord- und Ostsee besser schützen

2 Min. Lesezeit.

Die Küstenländer wollen Stromleitungen, Datenkabel und Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee besser vor Sabotage und Ausfällen schützen. Die Wirtschafts- und Verkehrsminister beschlossen dazu auf ihrer Konferenz in Bremen einen gemeinsamen Vorstoß, wie das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen am Donnerstag, 5. November 2026, mitteilte. Der Beschluss geht demnach auf einen niedersächsischen Vorstoß zurück. Beschädigte Anlagen sollen künftig auch schneller wieder in Betrieb gehen können.

„Wenn diese Infrastruktur ausfällt, betrifft das nicht nur die Küstenregionen, sondern die Versorgungssicherheit in ganz Deutschland“Grant Hendrik Tonne, Wirtschafts- und Verkehrsminister in Niedersachsen

Gemeinsames Lagebild für Nord- und Ostsee

Der Beschluss umfasst unter anderem eine gemeinsame Resilienzstrategie der Küstenländer und ein verbessertes Lagebild. Informationen über mögliche Gefahren über und unter Wasser sowie im Luftraum darüber sollen stärker zusammengeführt werden. Auch die Erkennung möglicher Bedrohungen durch Drohnen und andere Systeme spielt dabei eine Rolle.

Als Hintergrund nennt das Ministerium die zunehmende Bedeutung von Offshore-Windparks, Stromverbindungen und digitalen Netzen. Hinzu kämen die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Beschädigungen und mutmaßlichen Sabotageakten an maritimer Infrastruktur.

Spezialschiffe und Ersatzteillager für Reparaturen

Für Unterwasserinfrastruktur sprechen sich die Länder für zusätzliche Reparaturkapazitäten aus. Dazu gehören Spezialschiffe, Ersatzteillager, belastbare Lieferketten und abgestimmte Verfahren zwischen Behörden, Infrastrukturbetreibern und Unternehmen. „Wir müssen auch darauf vorbereitet sein, Schäden schnell zu beheben“, sagte Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne.

Häfen: Länder verlangen mehr Geld vom Bund

rund 15 Milliarden EuroInvestitionsbedarf der deutschen Seehäfen nach Angaben der Länderrund 38 Millionen EuroBundesmittel pro Jahr aus dem Hafenlastenausgleich400 bis 500 Millionen Eurojährliche Beteiligung des Bundes, die die Küstenländer mindestens fordern

Mit dem Beschluss erneuern die Küstenländer ihre Forderung nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung des Bundes an den Seehäfen. Deren Investitionsbedarf beläuft sich nach Angaben der Länder auf rund 15 Milliarden Euro, aus dem Hafenlastenausgleich kommen derzeit rund 38 Millionen Euro pro Jahr vom Bund. Die Länder bekräftigten deshalb ihre Forderung nach einer dauerhaften Beteiligung von mindestens 400 bis 500 Millionen Euro jährlich.

„Wer ihnen immer mehr nationale Aufgaben überträgt, muss auch bereit sein, einen angemessenen Beitrag zu ihrer Finanzierung zu leisten“, sagte Tonne über die Häfen.

Bildquellen

Nachrichten, Warnungen und Termine aus Hannover und der Region: Folgen Sie der Hannoverschen Rundschau auf Instagram und Facebook.

Auf Instagram folgenAuf Facebook folgen

Sie lesen gern lokale Nachrichten aus der Region Hannover? Wählen Sie die Hannoversche Rundschau bei Google als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Meldungen unter „Schlagzeilen“ häufiger.

Hannoversche Rundschau bei Google bevorzugen

NEUESTE MELDUNGEN

NEUESTE BERICHTE