Gelb trifft auf Grün, der Amtsgarten auf den Wölper Löwen: An der historischen Burgmauer des Schlosses Landestrost in Neustadt am Rübenberge ist ein neues Graffiti fertig. Der Hannoveraner Künstler Jascha Müller hat es gemeinsam mit Lina Wattenberg und Michael Schumacher an die Mauer gesprüht. Zu sehen sind das Schloss, der Amtsgarten, die Wassermühle und der Wölper Löwe, das Wappentier der Stadt. Die künstlerische Aufwertung soll Vandalismus an der Wand vorbeugen, teilt die Region Hannover mit.
Bezahlt wird das Projekt von der Stiftung Kulturregion Hannover, der das Schloss gehört. „Kunst im öffentlichen Raum schafft Identifikation und bereichert das Stadtbild“, sagt Stiftungsgeschäftsführer Stefan Becker. Mit dem Graffiti setze man auch ein Zeichen gegen Zerstörung.
Unterstützt wird das Vorhaben vom Fachdienst Kultur der Region Hannover, der das Schloss mit seinen Kulturveranstaltungen nutzt. Fachdienstleiterin Stefani Schulz nennt Amtsgarten und Schloss wichtige kulturelle Ankerpunkte für die Menschen in Neustadt. Das Graffiti werde den Garten weiter aufwerten und ein neues Ziel für Spaziergänger und Kunstinteressierte schaffen.
Die Sage vom eingemauerten Kind
Die Stelle an der Burgmauer ist mit einer alten Sage verbunden. Der Legende nach soll dort einst ein Kind lebendig eingemauert worden sein, als die Festungsmauer beim Bau im sumpfigen Gelände immer wieder einbrach. Genährt wurde der Aberglaube durch ein Relief in der Mauer, das eine Frauengestalt oder eine Madonna mit Kind zu zeigen schien.
Bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 kamen an dieser Stelle die Reste einer Wendeltreppe aus dem 16. Jahrhundert zum Vorschein. Der Turmstumpf wurde mit einem Dach gesichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das vermeintliche Marien-Relief stellte sich beim Herauslösen als Torso einer Skulptur heraus.
„Es ist eine besondere Ehre, an einem so historischen Ort arbeiten zu dürfen“, sagt Jascha Müller. Die Geschichte vom eingemauerten Kind habe er versucht, mit ins Bild zu integrieren. „Mir war wichtig, dass das Bild sich ins Gesamtensemble hier mit der historischen Mauer einfügt und sich die vorhandenen Farben wiederfinden.“
Das Graffiti kann am Schloss Landestrost, Schlossstraße 1, besichtigt werden.
Bildquellen
- Hannover 96 jubelt über das 2:1 gegen Dresden: Hannover 96
- Steinhuder Meer mit Blick zum Wilhelmstein: Felix47, CC0, via Wikimedia Commons
- Regiobus-Betriebshof an der Hindenburgstraße in Wunstorf: GeorgDerReisende
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